
Am 19. Februar 2020 erschoss ein Faschist in Hanau neun Menschen. Said Nesar Hashemi, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Sedat Gürbüz, Fatih Saraçoğlu, Mercedes Kierpacz und Vili Viorel Păun.:,D
Am 10. Januar 2026 starb Ibrahim Akkuş im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen der Verletzungen, die er beim Anschlag erlitten hatte. Ibrahims Leben war schon lange vor dem Anschlag von rechter Gewalt geprägt. Als Kurde erlebte er in den siebziger Jahren in der Türkei Verfolgung und Faschismus aus nächster Nähe. Sein Bruder wurde dort von Rechten ermordet, nachdem dessen Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden war.
Mit einem Wandbild in Zürich gedenken wir der zehn Opfern des Anschlags in Hanau und schicken solidarische Grüsse an die Angehörigen und Überlebenden. Sie kämpfen seit sechs Jahren unermüdlich für die Aufarbeitung des Anschlags. Dabei haben sie zahlreiche Versäumnisse und Vertuschungsversuche der Behörden aufgedeckt.
Hanau war kein tragischer Einzelfall: Said, Ferhat, Kaloyan, Gökhan, Hamza, Sedat, Fatih, Mercedes, Vili Viorel und Ibrahim wurden von einem Faschisten ermordet. Die Tat kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas. Rechte und faschistische Kräfte werden stärker – in den Parlamenten, auf der Strasse und innerhalb des Staatsapparats. Gegen 13 SEK-Beamte, die in der Anschlagsnacht im Einsatz waren, wurde später ermittelt, weil sie Mitglied in rassistischen Chatgruppen waren.
An Hanau zu erinnern bedeutet deshalb, faschistische Strukturen konsequent zu bekämpfen. Wir lassen nicht zu, dass Faschist:innen und die Polizei uns, unsere Nachbar:innen, Arbeitskolleg:innen, Freund:innen und Genoss:innen bedrohen, angreifen und ermorden.
Organisieren wir uns, schützen wir uns gegenseitig – und schlagen wir zurück! Vili Viorel Păun stellte sich dem Attentäter von Hanau in den Weg. Der Täter schoss auf ihn, aber er liess sich nicht beirren. Vili – nicht die Polizei! – nahm daraufhin die Verfolgung auf. Er wusste: Man muss selbst aktiv werden. Seinen Mut bezahlte er mit dem Leben. Wir tragen Vili Viorel, Ferhat, Hamza, Said Nesar, Mercedes, Kaloyan, Fatih, Sedat, Gökhan und Ibrahim in unseren Herzen und in unseren Kämpfen.
Erinnern heisst kämpfen!
Solidarität mit allen Betroffenen faschistischer Gewalt!
Organisierte Autonomie Zürich

