
Demonstration zum Feministischen Kampftag/Frauenkampftag
7. März 2026, 13:30 Uhr
Paradeplatz, Zürich:,D
Aufruf des 8MrzUnite-Bündnis
Kapitalismus heisst Krieg
Krieg ist kein Ausnahmezustand, er ist Teil der kapitalistischen Weltordnung. Diese globale Ordnung ist am Wanken. Die jahrzehntelange Hegemonie der USA wird durch China herausgefordert, neue Machtblöcke formieren sich, alte Bündnisse zerfallen. Was als «Zeitenwende» verkauft wird, ist Ausdruck einer tiefen wiederkehrenden Krise des Kapitals. Was sich in Venezuela anfangs Januar gezeigt hat, zeigt sich im Genozid in Palästina und dem (Stellvertreter-)Krieg in der Ukraine schon lange; imperiale Staaten konkurrieren um Ressourcen,
Handelswege und Einflusszonen. Diese Konkurrenz wird mit Aufrüstung und offener militärischer Gewalt ausgetragen. Krieg ist die Fortsetzung kapitalistischer Politik mit anderen Mitteln.
In Phasen struktureller Krisen sucht das Kapital nach neuen Wegen, um weiterhin Profite zu sichern. Während nach aussen imperiale Expansion angestrebt wird, werden im Inneren autoritärer Staatsumbau, Militarisierung und der Aufstieg faschistischer Kräfte zum Mittel des Machterhalts. Wo Ausbeutung nicht mehr reibungslos funktioniert, wird sie mit Repression, Nationalismus und Gewalt abgesichert. Der aktuelle Aufstieg faschistischer Ideologien ist dabei, wie immer, antifeministisch und tritt als ideologische Antwort auf Krisen auf.
In Krisenzeiten wird patriarchale Unterdrückung gezielt verschärft. Kapitalismus und Krieg sind auf die Kontrolle über Körper, Reproduktion und die damit einhergehende unentlohnte und schlecht bezahlte Arbeit angewiesen. Im Krieg sind sexualisierte Gewalt, Feminizide und Entrechtung gezielte Waffen der Unterdrückung. Frauen und queere Personen der Arbeiter:innenklasse tragen weltweit die Hauptlast imperialistischer Kriege.
Geraten Profite unter Druck, werden patriarchale Geschlechterverhältnisse gewaltsam stabilisiert. Die alte Alternative stellt sich erneut mit brutaler Klarheit: «Sozialismus oder Barbarei.»
Gegen den Feind im eigenen Land
Sich gegen Krieg zu stellen heisst, die Kriegstreiber:innen und Profiteure hier anzugreifen. Hier in der Schweiz. Wir leben in einem Staat, der sich neutral nennt, aber Kriege mitfinanziert, absichert und politisch mitträgt. Der Krieg nach aussen wird von einem Krieg nach innen begleitet: Durch Sparprogramme, durch härtere Arbeitsbedingungen, durch tödliche Grenz- und Asylregime, durch Mobilmachung und nationalistische Kriegspropaganda. Es wird aufgerüstet und eingespart – und all dies auf dem Nacken von uns, der Arbeiter:innenklasse.
Gleichzeitig sind wir es, die den Laden am Laufen halten: in der Pflege, in der Betreuung, in Kitas, Schulen und Spitälern.Diese Kriege sind nicht unsere Kriege. Es sind die Kriege der Herrschenden – dagegen kämpfen wir.
Feministisch, militant!
Sich gegen Krieg zu stellen war schon immer ein feministisches Anliegen. Schon lange bevor Kriege als «Zeitenwenden» bezeichnet wurden, organisierten sich Frauen gegen Militarismus, Nationalismus und patriarchale Gewalt. 1915, an der internationalen Konferenz “sozialistischer Frauen gegen den Krieg” in der Schweiz, endete ihre Resolution mit der Parole: «Krieg dem Krieg!»
Daran knüpfen wir an. Feministische Kämpfe gehören zu den stärksten sozialen Bewegungen der letzten Jahrzehnte. Sie haben Streiks organisiert, Gewalt sichtbar gemacht, Herrschaft angegriffen und konkrete Verbesserungen erkämpft. Von Ni Una Menos bis Jin, Jiyan, Azadî haben feministische Bewegungen gezeigt, dass Widerstand möglich ist – gegen patriarchale Gewalt, gegen staatliche Repression, gegen kapitalistische Ausbeutung.
Feminismus ist deshalb nicht nur Kritik am Krieg, sondern eine Antwort. Eine kollektive Praxis gegen patriachale Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung. In Rojava sehen wir zurzeit wie die Stärke der Frauenrevolution das Bollwerk gegen Daesh (IS) und den türkischen Faschismus ist. Unser Frieden bedeutet nicht die Rückkehr zur kapitalistischen Normalität und ihrer Ausbeutung. Unser Frieden bedeutet Befreiung für alle. Und solange wir nicht alle frei sind, kämpfen wir weiter – feministisch, militant und internationalistisch.
Weltweit – von Kurdistan bis Iran, von Palästina und der Westsahara bis in den Sudan, von Chiapas bis zu den Philippinen. Verbunden über Grenzen hinweg kämpfen wir gegen Kapital, Staat, koloniale Unterdrückung und Patriarchat.
Feministischer Widerstand heisst:
Kein Frieden mit diesem System.
Kein Feminismus ohne Antimilitarismus.
Kein Antimilitarismus ohne Klassenkampf.
Heraus zum revolutionären feministischen Kampftag/Frauenkampftag am 7. März!
Kapitalismus heisst Krieg – feministisch, militant.
Gegen den Feind im eigenen Land.

