Solidarität mit den Kämpfen in den Ausschaffungsknästen!

Heute, 30.05.2025 haben wir zusammen mit rund zweihundert Menschen vor der Zürcher Kantonsverwaltung in Solidarität mit den Menschen in den Ausschaffungsknästen demonstriert. In dem letzten Wochen haben sich im Auschaffungsknast in Zürich Kloten zwei Personen das Leben genommen, mindestens zwei Personen haben einen Suizidversuch überlebt. Gleichzeitig organisieren sich die Häftlinge und wehren sich. Mehrere sind in den Hungerstreik getreten.:,D

Der kurdische Freiheitskämpfer Baban Ali konnte nach einem einwöchigen Hungerstreik das Gefängnis verlassen. Auch er hat heute eine Rede gehalten und betont, dass seine Freilassung ein Erfolg der internationalen Solidarität ist.

Der Kampf geht weiter! Unterstützen wir die kämpfenden Menschen in den Ausschaffungsknästen! Kämpfen wir gemeinsam für eine Welt ohne Grenzen, Knäste und Ausbeutung! Hoch die internationale Solidarität!

Migrant struggles are class struggles!

Folgende Rede wurde an der Demo gehalten:

Wir stehen heute hier, weil wir nicht alle sind! Denn nicht alle, die zu uns gehören, können heute hier sein. Sie fehlen, weil sie isoliert, abgeschoben oder getötet wurden – von einem System, das Menschen nach ihrer ökonomischen Nützlichkeit bewertet und hierarchisiert. Auf der Flucht, in den Lagern und in den Knästen sterben Menschen!

Sie sterben im Mittelmeer, in prekären Arbeitsverhältnissen und in den von Europa finanzierten libyschen Foltergefängnissen! Sie sterben in Palästina und überall dort, wo koloniale Kontinuitäten, Profit und imperialistische Interessen täglich über Menschenleben gestellt werden. Sie sterben durch rassistische Polizeigewalt! Sie sterben durch Bomben, finanziert von europäischen Staaten und produziert von westlichen Rüstungskonzernen.

Sie sterben in den Wäldern und Wüsten der externalisierten Außengrenzen Europas. Und sie sterben durch Suizid, hier im Innern der Festung Europa, im Ausschaffungsknast in Zürich!

Dieses Sterben ist kein natürliches Sterben, sondern die direkte Folge eines Systems, welches rassifizierte Menschen systematisch ausbeutet, entmenschlicht und entrechtet!Diese vernichteten Menschenleben sind die direkte Folge eines Systems, welches von Krieg, Vertreibung, Ausbeutung und Aufrüstung profitiert!

Im Krieg gegen Arme, Geflüchtete und Personen of Color gilt ein Menschenleben – welches für den kapitalistischen Verwertungsprozess überflüssig geworden ist – als wertlos. Ihr Sterben ist Teil eines Systems, welches aus Unterdrückung Kapital schlägt!

Um dieses System aufrechtzuerhalten, braucht es nicht nur Waffen, Mauern und Lager – es braucht auch eine zweckvolle Organisation von Vorurteilen hin zu einer Ideologie, auf deren Basis politische Ziele durchgesetzt werden können! Es braucht eine Ordnung, die rechtfertigt, wer leben darf und wer vernichtete werden muss, wer bleiben darf und wer nicht.

Diese Ideologie heisst Rassismus!

Rassismus ist nicht irgendein irrationales Vorurteil, sondern ein politisches Werkzeug! Er schafft die notwendige Legitimation, um Menschen zu entrechten, zu kontrollieren, auszubeuten und abzuschieben! Rassismus organisiert die Zustimmung für Gewalt und Ausschluss, und stabilisiert damit die bestehenden Machtverhältnisse. Er macht politische und ökonomische Ziele durchsetzbar: Abschottung, Aufrüstung, Billiglohn, Arbeitszwang und Ausschluss von sozialen Rechten!

Er materialisiert sich in Grenzen, in Gesetzen, in Behörden, in der Polizei, in Lagern, in Aussschaffungsknästen, in rassistischer Hetze und in Arbeitsverhältnissen ohne Schutz und Rechte.

Was uns die SP-Regierungsrätin Jaqueline Fehr als Verwaltung verkaufen will, ist in Wahrheit ein selektives Gewaltregime, das Tote nicht nur in Kauf nimmt, sondern aktiv an den Bedingungen mitwirkt, unter denen Menschen Suizid begehen oder ermordet werden – zur Absicherung einer imperialen Lebensweise.

Class struggle is migrant struggle!

Denn Geflüchtete, Migrant:innen und People of Color sind Teil der globalen Arbeiter:innenklasse! Sie schuften in der Pflege, in der Landwirtschaft, auf dem Bau, in der Reinigung – unterbezahlt, rechtlos, ausbeutbar. Genau deshalb sind sie Ziel staatlicher Kontrolle, struktureller Abwertung und politischer Gewalt.

Wir stehen heute hier weil wir diese Ordnung nicht akzeptieren! Und wir stehen heute auch hier, weil wir uns nicht spalten lassen. Denn der Klassenkampf kennt keine Grenzen. Unsere Solidarität mit dem Widerstand der Gefangenen ist grenzenlos!

Wir vergessen die Toten nicht – und wir kämpfen für die Lebenden. Denn wer für die Lebenden kämpft, kämpft auch für die Toten.

Erinnern heißt kämpfen! Für Bewegungsfreiheit! Für Bleiberecht für alle!

Für gleiche soziale Rechte – unabhängig von Pass, Herkunft oder wirtschaftlichem Nutzen.

Für eine Welt ohne Kapitalismus und Rassismus – Freiheit für alle!

OA-Bar: Aufstand der Gelbwesten

Freitag, 23.05.2025
Essen 19 Uhr, Film 20 Uhr
Kasama, Militärstrasse 87a, Zürich

An der OA-Bar am 23. Mai schauen wir gemeinsam den Film “Eine Revolution” über den Aufstand der Gilets Jaunes. Im Oktober 2018 bricht in Frankreich eine Protestwelle gegen eine Steuererhöhung auf Benzinpreise aus. Die “Gilets Jaunes” blockieren im ganzen Land den Verkehr und liefern sich Strassenschlachten mit der Polizei. Der Film begleitet vier Protagonist:innen aus einem Pariser Vorort und zeigt, wie sie sich organisieren, welche Protestmethoden sie anwenden und wie sie innere Widersprüche diskutieren.

1. Mai 2025 – Klassensolidarität ist unsere Waffe

Aufruf zum 1. Mai 2025:

Kämpferische Bewegungen weltweit und Gegenangriffe der herrschenden Klasse

Das vergangene Jahrzehnt war weltweit eine kämpferische Zeit. In Rojava drängten linke Organisationen den reaktionären IS und das syrische Regime zurück und bauten eine revolutionäre Selbstverwaltung auf. Die Klimabewegung entlarvte die hohlen Phrasen der herrschenden Klasse und brachte eine junge kämpferische Generation von Aktivist:innen hervor. Arbeiter:innen in Indien führten die grössten Arbeitskämpfe der Weltgeschichte mit Millionen von Streikenden. Frankreich erlebte mit den Aufständen in den Banlieues und später mit den Gilet Jaunes zwei proletarische Massenbewegungen in kurzer Zeit. In Lateinamerika gab es heftige Kämpfe gegen die Sparpolitik der Regierungen, später sagten proletarische Frauen und Queers in einer feministischen Massenbewegung unter der Losung «Ni una menos!» transfeindlicher Gewalt und den alltäglichen Femiziden den Kampf an. Migrationskämpfe forderten Bewegungsfreiheit ein und rüttelten an der Festung Europa. Auf der ganzen Welt erkämpften und verteidigten Queers und trans Personen selbstbestimmte Räume. Die Black-Lives-Matter-Bewegung brachte als militante Massenbewegung den antirassistischen Widerstand wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Auch in der Schweiz blicken wir auf kämpferische Jahre zurück: 2019 etwa brachte der feministische Streik eine der grössten Demonstrationen der Schweizer Geschichte auf die Strasse.:,D 

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Solidarität ist unsere Waffe gegen die israelische Kriegsmaschinerie!

Rede der OA an der Palästina-Demo, 26.04.2025 in Zürich:

Gegen den Völkermord in Gaza, gegen die israelische Kriegsmaschinerie – und für die Befreiung der palästinensischen Bevölkerung von brutaler Fremdherrschaft und kolonialer Gewalt! Wir alle wissen es. Und trotzdem müssen wir es immer und immer wieder laut und unmissverständlich aussprechen: Israel verübt einen Genozid an der palästinensischen Bevölkerung!

Im März 2025 lässt Israel wieder Bomben auf Gaza regnen. Die Besatzungsmacht bricht die hart erkämpfte Waffenruhe und setzt ihren Vernichtungskrieg fort. Massaker, ethnische Säuberungen, Kriegsverbrechen – Tag für Tag.:,D

Die Bilder, die uns aus Palästina erreichen, zeigen nicht nur Zerstörung und Leid. Sie zeigen eine Bevölkerung, die sich nicht vertreiben lässt, die zusammenhält, sich gegenseitig unterstützt und den Angriffen Israels auf vielfältige Weise entgegnet. Diese Bilder machen uns nicht nur betroffen – sie erfüllen uns mit Wut, mit Solidarität und vor allem mit Mut. Mut, weiterzukämpfen, denn ihr Widerstand ist auch unser Widerstand! Und das auf ganz direkter Weise: Denn auch die westlichen Staaten und die Herrschenden dieser Welt stehen geschlossen hinter diesem Krieg – politisch, militärisch und ökonomisch. Es geht längst nicht nur um Rüstungsexporte. Die in Palästina erprobte Kriegsmaschinerie wird weltweit zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt: in den Banlieues, in den Favelas, an den Grenzen Europas.

Was als koloniale Gewalt beginnt, richtet sich überall gegen die gleiche Klasse – gegen uns, die Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt. Der Krieg in Palästina und die zunehmende Überwachung und Kontrolle sind Teil einer allgemeinen Kriegstendenz.

Palästina ist dabei das Versuchslabor. Was Israel in Gaza an Gewalt, Überwachung und Kontrolle perfektioniert, wird anschliessend an Regierungen, Polizeiapparate und Sicherheitskräfte weltweit verkauft: Drohnen. Überwachungssoftware. Gesichtserkennung. Predictive Policing. Mauern. Checkpoints. Kontrolle über Wasser, Strom und Nahrung. In den Banlieues von Paris kommt diese Technologie zum Einsatz, um proletarische Jugendliche zu kontrollieren und niederzuhalten. In den Favelas von Rio überwachen israelische Drohnen arme, Schwarze Communities – unter dem Vorwand der „Kriminalitätsbekämpfung“. An den Aussengrenzen der EU baut Israel intelligente Zäune, liefert Drohnen, entwickelt Software zur Migrationsabwehr.

Betroffen sind jene, die in der spätkapitalistischen Weltordnung entrechtet und in Armut gedrängt werden – in Ghettos wie dem Gazastreifen. Aber auch alle, die sich erheben, um dieses System zu bekämpfen. Deshalb sagen wir es erneut: Streik, Sabotage, Blockaden, Aufstand – und auch der bewaffnete Widerstand – das sind die Kampfformen der Arbeiter:innenklasse und der Unterdrückten weltweit gegen die imperialistischen Kriege der Mächtigen. Im kapitalistischen Krieg werden normale Arbeiter:innen zu Soldaten. Sie werden durch rassistische und nationalistische Propaganda gezwungen, auf Arbeiter:innen anderer Länder zu schießen.

Die Arbeiter:innenklasse hat in den Kriegen der Herrschenden nichts zu gewinnen. Ihre Waffe ist die internationale Klassensolidarität, die Solidarität mit allen Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt. Wenn in Gaza Steine gegen Panzer fliegen und Gewehre gegen die Besatzung erhoben werden, wenn in den Banlieues Barrikaden brennen, wenn Hafenarbeiter:innen Waffenlieferungen blockieren, wenn in den Fabriken die Maschinen stillstehen – dann wird unsere Solidarität zur Waffe. Eine Waffe, die Streiks organisiert, Blockaden errichtet, Mauern zum Einsturz bringt und Grenzen überwindet.

So wie die Herrschenden weltweit zusammenarbeiten, um uns zu unterdrücken, so stehen auch wir – die Unterdrückten, die Ausgebeuteten, die Weltarbeiter:innenklasse – Schulter an Schulter. Unsere Solidarität sprengt ihre Ketten, denn ihr Krieg ist unser gemeinsamer Kampf um Befreiung. Auch deshalb rufen wir: In our thousands, in our millions – we are all Palestinians!


Politwochenende zum 1. Mai

Das Politwochenende 2025 findet vom 25. bis zum 27. April statt. Am Freitag mit Veranstaltungen im Volkshaus in Zürich und im Nord-Süd-Haus in Winterthur. Ab dem Samstag wie immer auf der Kanzlei in Zürich.:,D

Freitag 25.4.

19.00 Volkshaus ZH
Kurdistan: Die Verteidigung des revolutionären Prozesses in Zeiten des Sturms
Krieg, Faschismus und das hoch dynamische Ringen verschiedener reaktionärer Kräfte um Einflusssphären: Vieles, was wir heute global erleben, kennzeichnet die Lage im Nahen und Mittleren Osten schon länger. Mit einem internationalistischen Genossen der kurdischen Bewegung wollen wir die neusten Entwicklungen in der Türkei und in Syrien einordnen. Wie intervenieren wir als revolutionäre Bewegung in die Risse der imperialistischen Ordnung, wie erringen und verteidigen wir die Initiative wenn die Bedingungen umschlagen – das sind Fragen, die uns auch in Europa umtreiben und bei denen wir vom Blick der kurdischen Bewegung viel lernen können. Mit unserem Gast sowie insbesondere auch einem Live-Beitrag aus Rojava zoomen wir dafür hinein in die vielfältigen Facetten des revolutionären Volkskriegs und beleuchten, was in Europa allzu oft aus dem Blick gerät: Das Vertrauen
in die eigene Kraft.

19.00 Nord-Süd-Haus, Steinberggasse 18, Winterthur
Rechtsentwicklung in USA und Westeuropa: Wirken und Widersprüche rechter Politik

Der Amtsantritt Trumps im Zeichen eines globalen Rechtsruck scheint Linke gleichzeitig zu lähmen und zu mobilisieren. Wir möchten den Moment nutzen, um einige der allgemeinen Tendenzen der Rechtsentwicklung in den USA und Westeuropa zu beleuchten. Wie konkretisiert sich rechte Politik aktuell? Wo gibt es Parallelen und Unterschiede zwischen den USA und Westeuropa? Wo gibt es gar
Widersprüche zwischen verschiedenen rechten Akteur_innen? Und wie steht es um Krieg und Aufrüstung? Das bessere Verständnis des aktuellen Rechtsruck soll uns schliesslich zur Diskussion führen, wie wir als Linke handlungsfähig sein und was wir der Rechten entgegensetzen können.

Samstag 26.4. – Kanzlei ZH

13:00 – Treff offen

13:30 – Arbeitskampf bei der Post: Ein Beispiel für revolutionäre Solidarität und Arbeitskampfpolitik

Der laufende Arbeitskampf bei der Post in Oerlikon fällt aus dem Rahmen. Nicht nur, weil die kämpferische Belegschaft eine offensive Initiative ergriffen hat. Auch eine revolutionäre Solidarität von aussen konnte eine wichtige Rolle und Funktion einnehmen. Wir wollen über diese Erfahrungen reflektieren und Schlüsse für eine revolutionäre Arbeitskampfpraxis ziehen.

15:30 – Input: Zivis verpisst euch!

Wie Stechmücken an einem schönen Sommerabend, können Zivis ihren
Schatten über eine starke Demo werfen. Doch es gibt Gegenmittel! Im
Hinblick auf den 1.Mai und darüber hinaus wollen wir über die kollektive
Verteidigung diskutieren und Ansätze präsentieren, wie wir uns die Zivis
vom Halse halten können.

17:30 – Palästina: Die zionistischen Gefängnisse und der Widerstand der Frauen
Wir sprechen mit Hadeel Shatara, linke Aktivistin für ein freies und sozialistisches Palästina

Hadeel Shatara ist ehemalige politische Gefangene und wurde durch den Gefangenenaustausch im Januar befreit. Sie setzt sich ein für die Freiheit palästinensischer Gefangenen und für ein Palästina ohne zionistische Besatzung und für eine kommunistische Perspektive. Wir sprechen mit ihr über die Situation in den Gefängnissen, über den Widerstand der Frauen gegen israelische Besatzung und patriarchale Unterdrückung, sowie über die aktuelle Situation und die Möglichkeiten der linken kämpfenden Organisationen.

Sonntag 27.4. – Kanzlei ZH

13:00 – Treff offen

13:30 – Input: FLINTAS befreien FLINTAS

Die Kampagne FLINTAS befreien FLINTAS geht auf eine Verhaftung zweier Genossinnen zurück, welche unter anderem wegen Gefangenenbefreiung angeklagt wurden. Im Rahmen der Kampagne erscheint am Polit Wochenende druckfrisch eine Broschüre mit verschiedenen Portraits von FLINTA Gefangenenbefreiungen und kollektiver Selbstverteidigung als Teil eines revolutionären, internationalen Kampfes.
In einer kurzen Präsentation stellen wir euch die Broschüre vor und wollen diese Geschichten als Quelle für Ideen, Visionen und Taktiken zu uns sprechen lassen, und so auch unsere eigene Geschichte des Widerstandes schaffen.
Erinnern heisst Kämpfen!

14:30 – Autoritäre Zeitenwende in Deutschland: Eine Zwischenbilanz aus
revolutionärer Sicht

Die zuletzt erfolgsgewohnte deutsche Kapitalverwertung ist im globalen Konkurrenzkampf ins Hintertreffen geraten. Die darüber tief verunsicherte Bourgeoisie trifft auf eine in jahrzehntelanger Austeritätspolitik ruinierte Bevölkerung und eine weltweite Krise des Imperialismus. In dieser Situation gewinnen autoritär-nationalistische und faschistische Herrschaftsmodelle rasant an Boden. Jenseits der
Angstmacherei wollen wir mit revolutionär kämpfenden deutschen Genoss_innen versuchen die Eckpunkte und Entwicklungslinien dieser Verschiebung festzuhalten. In welchem Verhältnis steht die nationalistische Kriegsertüchtigung von oben mit der reaktionären Kulturkampf-Bewegung von unten? Alles mit dem Ziel Räume für die revolutionäre Praxis zu erkennen und zu öffnen.

16:30 – Zwei Jahre danach: Input von «Zäme hebe, zäme stah»
Updates und Ausblick zur Situation unseres Genossen – politisch, juristisch und überhaupt – zwei Jahre nachdem die Bullen ihm am 1. Mai 2023 mit Gummischrot ein Auge kaputt schossen.

17:00 – Input: Ökozid als Kriegstaktik in Bakur (Nordkurdistan)
Der türkische Staat betreibt in Bakur eine gezielte Politik der Umweltzerstörung, welche Vertreibung, Repression und Existenz-Beraubung für die kurdische Bevölkerung bedeutet. Eine Delegation, die diesen Frühling vor Ort war, gibt ihre Einblicke über die Verbindungen von Ökozid, kulturellem Genozid, Militarisierung und Krieg, und berichtet vom Widerstand der kurdischen Freiheitsbewegung.

18:00 – Alarmphone: Transnationale Kämpfe für Bewegungsfreiheit
Seit über zehn Jahren ist Alarm Phone Teil von solidarischen Strukturen entlang der Fluchtrouten über das Mittelmeer. Wir verstehen uns nicht nur als Notruftelefon für Menschen in Seenot, sondern möchten mit dieser Arbeit auch kontinuierlich an der Festung Europa hämmern und ein Netz der Solidarität spannen.
Wir berichten über unsere Arbeit und verorten diese in einer transnationalen Infrastruktur für Bewegungsfreiheit für alle und präsentieren einen Film, der verschiedene Stimmen dieses Kampfes zeigt.

+ Diverse Politstände und Verpflegung während dem ganzen Politwochenende.

10’000 an der Wohndemo!

Heute waren über 10.000 Menschen an der grossen Wohndemo in Zürich, um für Wohnraum und gegen Gentrifizierung zu demonstrieren.:,D

Im revolutionären Block haben wir darauf hingewiesen, wie unser Widerstand gegen die Wohnkrise wächst und dass wir uns dabei nicht auf die Versprechen der Politik verlassen. Es wurden Parolen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung skandiert, die Wände wurden mit Sprays verschönert, und an der Europaallee wurde Google angegriffen. Als Revolutionär:innen ist für uns klar, dass die Kämpfe gegen steigende Mieten mit dem Kampf gegen den Kapitalismus Hand in Hand gehen müssen. Denn die Wohnkrise steht nicht für sich allein, sondern ist Ausdruck des krisenhaften Kapitalismus!

Mitteilung von Zürich Solidarisch:

Am 5. April versammelten sich 10.000 Menschen, um gegen die untragbare Wohnungssituation in Zürich zu protestieren. Arbeiter:innen, Immigrant:innen und Familien fordern bezahlbaren Wohnraum für alle. Die überteuerten Mieten und die monatelange Wohnungssuche sind nicht länger hinnehmbar!

Wir haben uns am Treffpunkt von „Zürich Solidarisch“ getroffen und gemeinsam auf die Demo vorbereitet. In unserem Kollektiv setzen wir uns für die Rechte von Mieter:innen ein und unterstützen uns gegenseitig bei unrechtmäßigen Kündigungen und Mieterhöhungen. Wir kämpfen nicht nur in den Gerichtssälen, sondern auch auf den Straßen!

Wir lassen uns unsere Stadt nicht nehmen! Für eine Stadt, in der alle ein würdiges Leben führen können. ✊

*English:*
📢 *Demonstration against the housing crisis in Zurich!*
On April 5th, 10,000 people gathered to protest the unbearable housing situation in Zurich. Workers, immigrants, and families are demanding affordable housing for all. The exorbitant rents and months-long search for housing are no longer acceptable!

We met at the “Zurich Solidarity” meeting point and prepared together for the demo. In our collective, we advocate for tenants’ rights and support each other with unlawful evictions and rent increases. We fight not only in the courts but also on the streets!

We will not let them take our city away! For a city where everyone can lead a dignified life. ✊

*Español:*
📢 *Marcha contra la crisis de vivienda en Zúrich!*
El 5 de abril, 10,000 personas se reunieron para protestar contra la insoportable situación de vivienda en Zúrich. Trabajadorxs, inmigrantes y familias exigen vivienda asequible para todxs. ¡Los alquileres excesivos y la búsqueda de vivienda durante meses no son aceptables!

Nos encontramos en el punto de encuentro de “Zúrich Solidario” y nos preparamos juntxs para la marcha. En nuestro colectivo, defendemos los derechos de lxs inquilinxs y nos apoyamos mutuamente en despidos ilegales y aumentos de alquiler. ¡Luchamos no solo en los tribunales, sino también en las calles!

¡No dejaremos que nos quiten nuestra ciudad! Para una ciudad donde todxs podemos tener una vida digna. ✊

Mehr Bilder: https://www.flickr.com/photos/kfk-jpg/albums/72177720324884230

OA-Bar am 14. März

Antirassistisch kämpfen!

Antirassistische Kämpfe zu unterstützen und zu stärken ist für kommunistische Politik unerlässlich. Im Rahmen des antirassistischen März werfen wir einen Blick in die Bewegungsgeschichte und diskutieren mit euch über das Verhältnis von Antirassismus und Klassenkampf. Dabei beziehen wir auch Erfahrungen aus dem Bündnis Justice4Nzoy mit ein.

Freitag, 14. März 2025 @ Infoladen Kasama, Militaerstrasse 87a, Zürich
19 Uhr Essen
20 Uhr Veranstaltung

Mehr Infos zum antirassistischen März gibts unter justice4nzoy.org/antira-maerz:,D

8. März-Demonstration in Zürich

Mitten im Herzen des Kapitals – auf dem Zürcher Paradeplatz – haben wir uns heute, 8. März 2025 zusammen mit etwa 4000 anderen Frauen und genderqueeren Personen zu einer lauten Demo versammelt. :,D

Wie immer setzten wir die Demonstration zum 8. März ohne Bewilligung durch. Auf dem Dach der Tramhaltestelle gab es ein agitatorisches Theater und kämpferische Reden. Im Verlauf der Route wurden viele Plakate gekleistert und Sprays angebracht. Die AXA-Versicherung wurde mit Farbe angegriffen, um sie wegen ihrer engen Zusammenarbeit mit dem türkischen Militär als Kriegsprofiteurin zu markieren. Weiter gab es eine Aktion gegen das italienische Konsulat wegen der Kooperation des italienischen Erdölkonzerns Eni mit der Delek Group, die in den besetzten Gebieten Palästinas operiert.

Auf dem Weg zum italienischen Konsulat griffen die Bullen uns mit Knüppeln an und verschossen Gummischrot und Pfefferspray. Die tausenden FLINTAs liessen sich aber davon weder spalten noch beeindrucken. Die Demo war so gross wie schon lange nicht mehr und war auch nach dem Angriff der Cops von einer kämpferischen und solidarischen Stimmung geprägt. Wir riefen internationalistische Parolen, in Solidarität mit den kämpfenden Frauen und genderqueeren Menschen beispielsweise in Palästina, Kurdistan, Kongo, Sudan, Südmexiko und weltweit.

Als Genoss:innen hier, für die Revolution überall!
Wir kämpfen kollektiv gegen Patriarchat & Kapital!

Heraus zum 8. März 2025

Demonstration zum internationalen feministischen Kampftag
8. März 2025, 13:30 Uhr
Paradeplatz Zürich
:,D

Während die Herrschenden Kriege führen, Profite einstreichen und Unterdrückung verschärfen, brennt die Welt an allen Ecken. In Kurdistan verteidigen Genoss:innen eine revolutionäre Perspektive gegen die NATO-finanzierte Kriegsmaschinerie der Türkei. In Palästina leistet die Bevölkerung ungebrochen Widerstand gegen den Siedlerkolonialismus des israelischen Staates, der mit imperialistischer Unterstützung genozidale Massaker begeht. In der Ukraine sterben Arbeiter:innen in einem Krieg, den die NATO und Russland gleichermassen als Spielfeld ihrer Interessen nutzen. Und im Kongo, im Sudan, in zahllosen anderen Regionen entfachen imperialistische Mächte Konflikte, um Ressourcen zu plündern und ihre Kontrolle zu sichern.

Die Gewalt dieser Kriege trifft Frauen und queere Menschen der Arbeiter:innenklasse weltweit am härtesten. Sexualisierte Kriegsgewalt, Feminizide und Frauenhandel sind keine blossen Nebenprodukte des Krieges, sondern systematische Waffen der Unterdrückung. Im Sudan kämpfen Frauen gegen islamistische Milizen, die mit Vergewaltigungen Terror verbreiten. In Kurdistan stehen Frauen an der Front des Widerstands und verteidigen ihr revolutionäres Projekt gegen patriarchale Herrschaft und Imperialismus. Unzählige palästinensische Frauen sitzen in israelischen Gefängnissen, weil sie sich auf vielfältige Weise gegen die Besatzung gewehrt haben: durch Gedichte, Proteste oder im bewaffneten Widerstand. Und überall in der Welt riskieren queere Menschen ihr Leben, um gegen faschistische und fundamentalistische Regime zu kämpfen, die sie auslöschen wollen.

Auch in Europa sehen wir, wie der Militarismus mit einem erstarkenden Antifeminismus einhergeht. Während Milliarden in Waffen fliessen, werden feministische Errungenschaften demontiert, Abtreibungsrechte beschnitten, rechte Bewegungen gestärkt – und queere Menschen gezielt zum Feindbild gemacht. Imperialismus und Patriarchat gehen Hand in Hand – sie brauchen Gewalt, Kontrolle und Spaltung, um zu überleben – dagegen organisieren wir uns als Genoss:innen hier – für die Revolution überall!

Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Es sind nicht «die anderen», die uns angreifen – es sind die hiesigen Herrschenden, die Waffenexporte genehmigen, Kriegspropaganda verbreiten und die Arbeiter:innenklasse in immer neue Konflikte treiben. Die Schweizer Banken und Rüstungsindustrie verdienen am globalen Elend, deutsche Konzerne
liefern Waffen an die Unterdrücker:innen dieser Welt – während europäische Staaten ihre eigenen Bevölkerungen mit Überwachung, Militarisierung und Polizeigewalt disziplinieren.

Deshalb bedeutet internationale Solidarität nicht, sich hinter die einen oder anderen Nationalstaaten zu stellen, sondern hier zu kämpfen – gegen die Kriegstreiber, gegen das kapitalistische System, gegen die Militarisierung, die uns weltweit knechten will. Wahre Befreiung kommt nicht durch bürgerlichen Liberalismus, sondern durch revolutionäre Organisierung.

Unsere Solidarität ist feministisch und revolutionär!

Unsere Kämpfe sind untrennbar mit Befreiungsbewegungen, wie denjenigen in Kurdistan, Palästina oder dem Sudan verbunden. Frauenmilizen, feministische Selbstverteidigung, queere Untergrundnetzwerke – sie alle sind Teil des weltweiten Widerstands gegen Kapital und Patriarchat.

Wir akzeptieren keinen Frieden, der Unterwerfung bedeutet – wir kämpfen für eine Welt der feministischen Solidarität, der gemeinsamen Stärke von Frauen und Queers und einer Gegenmacht, die Unterdrückung an der Wurzel packt. Unser Kampf ist nicht nur Verteidigung – er ist Aufbau, Neugestaltung und die Schaffung einer Gesellschaft, die wir schon heute als Genoss:innen hier leben und verteidigen. Wir kämpfen für ein Ende des Patriarchats und des Kapitalismus – für eine Welt, in der Menschen nicht für die Profite der Reichen sterben müssen. Wir solidarisieren uns mit den Befreiungskämpfen weltweit, aber wissen: Der wichtigste Beitrag, den wir leisten können, ist der Kampf hier! Jeder feministische Streik, jede Blockade, jede direkte Aktion und queere Militanz gegen imperialistische Kriege und patriarchale Profiteure ist ein Schlag gegen das System, das uns alle unterdrückt.

Wir kämpfen kollektiv gegen Patriarchat & Kapital!


Zwei internationale Beispiele für Frauenkampf und queere Befreiung

Al-Qaws – Palästina:
Queere Befreiung ist Klassenkampf, ist antikolonialer Widerstand, ist feministische Praxis. In Palästina bedeutet dieser Kampf nicht nur, sich gegen patriarchale Unterdrückung zu wehren, sondern auch gegen den israelischen Siedlerkolonialismus, der die gesamte palästinensische Gesellschaft unterdrückt. Al-Qaws ist eine Basisorganisation, die diesen Zusammenhang klar aufzeigt: Queere Menschen sind nicht nur Opfer von Unterdrückung, sondern auch aktive Beteiligte am palästinensischen Widerstand. Ihre Kämpfe lassen sich nicht von der materiellen Realität trennen: Kolonialismus und Kapitalismus sind patriarchale Systeme, die Frauen und queere Menschen besonders brutal treffen – durch Armut, sexualisierte Gewalt, Entrechtung und Repression.

Während Israel sich als «demokratischer und LGBTQ-freundlicher Staat» präsentiert, um sein Apartheidsystem zu legitimieren (Pinkwashing), betont Al-Qaws die Realität: Es gibt keine queere Befreiung in einem Staat, dessen Existenz auf kolonialer Gewalt gründet. Es gibt keine queere Sicherheit, solange Palästinenser:innen entrechtet, ermordet und vertrieben werden.

Al-Qaws ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass wahre queere Befreiung untrennbar mit dem Kampf gegen Kapitalismus, Patriarchat und Kolonialismus verbunden ist – ein einziger, unteilbarer Kampf für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Ihre Arbeit verbindet feministische Selbstorganisierung mit dem revolutionären Befreiungskampf Palästinas – und steht damit in der Tradition sozialistischer und antikolonialer Bewegungen weltweit.

Kandakat und Black Army – Sudan:
Während der Revolution von 2019 wurde der Begriff «Kandakat» zum Symbol für alle sudanesischen Frauen, die sich aktiv und sichtbar gegen das Regime von Omar al-Bashir erhoben. Die Kandakat stehen seither für den entschlossenen Widerstand von Frauen gegen Diktatur, Militarisierung und patriarchale Gewalt im Sudan.

Nach den Massenvergewaltigungen an Demonstrant:innen im Jahr 2019 wurde klar: Patriarchale Gewalt ist eine gezielte Waffe, um Frauen aus politischen Kämpfen zu vertreiben. Ein besonders dramatisches Ereignis verdeutlicht das Ausmass dieser Gewalt: Im Oktober 2024 nahmen sich 130 Frauen gemeinsam das Leben. Diese kollektive Handlung war jedoch nicht nur Ausdruck von Verzweiflung, sondern zugleich ein bewusster politischer Akt des Widerstands. Sie steht in einer langen Tradition von Protestsuiziden, welche revolutionäre Kämpfer:innen seit jeher als Mittel ihres Widerstands genutzt haben. Klar ist: Die Frauen im Sudan kämpfen und leisten auf vielfältige Weise Widerstand!

Obwohl dieser kollektive Suizid als Ausdruck von Handlungsmacht verstanden werden kann, verdeutlicht er gleichzeitig, wie eng der Spielraum für feministische Kämpfe unter extremer Repression ist. Als feministische Bewegung müssen wir deshalb darum kämpfen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Widerstand nicht mehr solche drastischen Formen annehmen muss. Der kollektive Suizid ist eine radikale Antwort auf extreme patriarchale und staatliche Gewalt. Doch unser Ziel ist es, Handlungsspielräume zu erweitern, in denen Leben und Widerstand nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich gegenseitig bestärken.

Deshalb bedeutet Frauenkampf für viele sudanesische Frauen nicht nur Protest, sondern auch Selbstverteidigung. Während einige weiter auf politische Mobilisierung setzen, schliessen sich andere Gruppen wie die Black Army zusammen, um sich militärisch auszubilden und zu schützen. Bürgerliche Feminist:innen setzen bewaffnete Selbstverteidigung oft mit Militarismus gleich, doch der marxistische Feminismus erkennt sie als notwendige Antwort auf systemische Gewalt.

Ob die Bewaffnung der Frauen in der Black Army tatsächlich zur Befreiung führt, ist jedoch umstritten. Die Black Army ist keine unabhängige Frauenmiliz, sondern in staatliche Strukturen und die Sudanesischen Streitkräfte (SAF) eingebunden. Während die Kandakat sich von unten autonom organisieren, besteht bei der Black Army die klare Gefahr staatlicher Vereinnahmung. Eine Revolution, die Frauen nur in bestehende Militärstrukturen integriert, lässt patriarchale Machtverhältnisse unangetastet. Revolutionäre Selbstverteidigung bedeutet nicht nur, Waffen zu tragen, sondern die Kontrolle über den eigenen Kampf zu behalten.

Die Kandakat erinnern uns daran, dass Feminismus und Frauenkampf in Befreiungskämpfen nicht hintanstellen sollte, sondern stets mitgedacht werden muss. Frauen haben das Recht, sich zu verteidigen – gegen sexualisierte Gewalt, gegen Militarismus und gegen den kapitalistischen und patriarchalen Staat.
Weder Armee noch staatliche Milizen werden uns befreien – unsere Befreiung liegt in unseren eigenen Händen!

Hanau 2020: Rassismus tötet

Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Mit unserem Wandbild in Zürich gedenken wir Said Nesar Hashemi, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Sedat Gürbüz, Fatih Saraçoğlu, Mercedes Kierpacz und Vili Viorel Păun. In grosser Trauer und in Solidarität mit den Angehörigen und Überlebenden fordern wir Anerkennung und Gerechtigkeit.:,D

Die Angehörigen und Überlebenden des Anschlags kämpfen seit fünf Jahren unermüdlich für die Aufarbeitung. Dabei haben sie zahlreiche Versäumnisse und Vertuschungsversuche der Behörden aufgedeckt. Der Staat will keine Rechenschaft darüber ablegen, wie es überhaupt zu den Morden kommen konnte, welche Rolle die Polizei darin spielte und welche Mängel es in der Aufarbeitung gibt.

Wie immer, wenn der Staat in rassistische Gewalttaten verwickelt ist – oder sogar selbst schiesst, wie im Fall von Nzoy und vielen anderen – müssen die Betroffenen und Angehörigen für Aufarbeitung und Konsequenzen kämpfen. Meist jahrelang und gegen den Widerstand von Polizei, Justiz und Politik. Es ist wichtig, diese Kämpfe zu unterstützen und die Verantwortlichen und Kompliz:innen rassistischer Gewalt nicht davonkommen zu lassen.

Weder bei der Aufarbeitung rassistischer Morde noch bei der Bekämpfung des Faschismus können wir uns auf den Staat verlassen. Im Gegenteil: Polizei und Justiz sind Teil des Problems. Wir müssen auf unsere eigenen Kräfte bauen – auf die Selbstorganisierung der Betroffenen von rassistischer und faschistischer Gewalt und auf die Solidarität aller Arbeiter:innen.

Rechtsextreme Gewalt steht in einem Zusammenhang mit dem Rassismus bei Polizei und Justiz. Zwischen Nazistrukturen und der Polizei gibt es nicht nur personelle Überschneidungen. Die Verbindung zeigt sich auch im alltäglichen strukturellen Rassismus des Polizei- und Justizapparats. Menschen, die von Bullen, Staatsanwält:innen und Richter:innen als migrantisch kategorisiert werden, sind von Racial Profiling und weiteren Formen der expliziten Ungleichbehandlung betroffen. Hanau war kein tragischer Einzelfall: Ein Faschist hat neun Menschen ermordet – seine Ideologie und seine Tat können nicht unabhängig von der Gesellschaft betrachtet werden.
Rechte und faschistische Kräfte werden stärker, sowohl in den Parlamenten als auch auf der Strasse: Rassistische Hetze und die Legitimation und Verherrlichung von Gewalttaten wie die in Hanau sind weit verbreitet. Fährt ein migrantischer Attentäter in eine Gewerkschaftsdemo, wie dies vor einigen Tagen in München geschehen ist, wird diese Tat zum Anlass für rassistische Hetze genommen. Es werden umgehend mehr Sicherheit, harte Strafen, Abschiebungen und die Verteidigung «europäischer Werte» – was auch immer das sein soll – versprochen. Ermordet ein bekennender Nazi neun Menschen, wird von einem tragischen Einzelfall gesprochen, der unmöglich hätte verhindert werden können.

Der Ausbau von Law and Order und die Verschärfung von Datenschutzgesetzen in vielen Ländern erweitern die staatlichen Überwachungsbefugnisse. Gekoppelt an eine krasse Ausweitung der Exekutivmacht, wie beispielsweise in der Türkei, in Ungarn oder in den USA, ebnet sich der Faschismus so seinen Weg. In den Diskussionen um «Sicherheit» werden rassistsiche Narrative in die breite Bevölkerung getragen und faschistische Lösungsvorschläge bestärkt. So verkündeten im Dezember 2024 rechte Politiker:innen und gestandenen Neonazis in Kloten ihrem Nachwuchs, dass sie Geld und Jobs an Leute zu vergeben hätten, welche sich in ihrer Freizeit für ihre menschenfeindliche Ideologie einsetzen.

Rassismus dient den Herrschenden dazu, die Überausbeutung und Unterdrückung von rassifizierten Menschen zu legitimieren. Gerade in Krisenzeiten wollen sie, dass wir nach unten treten, statt uns gemeinsam mit unseren Geschwistern zu wehren. Hanau nicht zu vergessen bedeutet, rassistische und faschistische Strukturen konsequent zu bekämpfen. Wehren wir uns und kämpfen wir als Klasse gegen die kapitalistische Ausbeutung und die faschistischen Schergen der Herrschenden! Führen wir Kämpfe von unten und stellen wir in unserer Organisierung und in unserem Widerstand die gemeinsamen Interessen in den Vordergrund. Schützen wir uns gegenseitig! Unsere Vielfalt ist unsere Stärke im Kampf für ein sicheres Leben für alle!

Niemals allein – immer zusammen.

Schulter an Schulter gegen den Faschismus!